Die Zukunft des Rotundenareals ist machbar!

 

 

 

 

In einer Machbarkeitsstudie wird aufgezeigt, wie sich die Ergebnisse des Ideenfindungsprozesses umsetzen ließen.

Von August bis November 2012 entwickelten BürgerInnen und ExpertInnen im Rahmen der vor ort ideenwerkstatt® Rahmenbedingungen für eine mögliche Nutzung des Innsbrucker Rotundenareals. Von Dezember 2012 bis April 2013 hat das Architekturbüro nonconform architektur vor ort gemeinsam mit externen ExpertInnen die Ergebnisse des Ideenfindungsprozesses einer Machbarkeitsstudie unterzogen und konkrete Szenarien für den Umbau und die Belebung des Areals sowie für die Zeit der Nutzungsentwicklung erarbeitet.

Die Ausgangssituation nach dem Ideenfindungsprozess

Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Machbarkeitsstudie seien nochmals kurz die Ergebnisse jenes Ideenfindungsprozesses in Erinnerung gerufen, den BürgerInnen mit über 1.000 Nutzungsideen und Gestaltungsvorschlägen bereicherten. Geht es nach ihrem Wunsch, soll das Areal rund um die Rotunde, die ehemalige Talstation sowie die Brücke der alten Hungerburgbahn als Einheit betrachtet und als attraktive und vitale urbane Zone weiterentwickelt werden. Die TeilnehmerInnen des Ideenfindungsprozesses wünschen sich einen öffentlich zugänglichen Ort für die BewohnerInnen und BenutzerInnen der Stadt – mit einer offenen, vielfältigen, v. a. kulturellen Nutzung. Eine touristische Verwertung des Rotundenareals steht nicht im Vordergrund. Auch eine singuläre bzw. monothematische Nutzung findet wenig Anklang bei den im Prozess involvierten BürgerInnen.

 

Die Neukonzeption und multifunktionale Neugestaltung des Areals soll einen Mehrwert für Innsbruck und Tirol schaffen, von dem vor allem junge Menschen (Kinder, Jugendliche, junge EPUs, …) profitieren. Die Ergebnisse der vor ort ideenwerkstatt® kulminieren in der Forderung nach inhaltlicher Vielfalt. Diese müsse bereits während der Zeit unter Beweis gestellt werden, in der die langfristigen Nutzungsszenarien für das Rotundenareal erarbeitet und erprobt werden. nach dem Willen der ProzessteilnehmerInnen sollte damit so rasch wie möglich begonnen werden.

Die Auftraggeber der vor ort ideenwerkstatt®, die Stadt Innsbruck und das Land Tirol, sehen das Prozessergebnis als Grundlage für die Diskussion in den zuständigen Gremien bzw. unter den gewählten MandatarInnen beider Gebietskörperschaften. Letztlich sind sie es, die über die Konsequenzen des BürgerInnenbeteiligungsprozesses entscheiden müssen, vor allem über die Finanzierungsfragen.

 

 

Ein dynamischer Planungsprozess für den „offenen Raum“

 

Die Eckpfeiler der Machbarkeitsstudie, erarbeitet von nonconform architektur vor ort, gemeinsam mit dem Kultur- und Medienexperten Otto Tremetzberger (www.otre.at) sowie dem Kulturmanager und Organisationsentwickler Thomas Kreiseder (www.choose-one.at).

 

I) Zwischennutzung

 

Für eine aktive Nutzungsentwicklung am Rotundenareal bedarf es der politischen Bereitschaft, organisatorische wie bauliche Mindestvoraussetzungen zu schaffen. Die Finanzierung der Planstelle eines/r Entwicklungsbeauftragten müsste ebenso sichergestellt werden wie ein operatives Budget. Desgleichen bräuchte es Investitionen in eine Minimalsanierung der Talstation und der Rotunde, ohne die keine wie immer geartete Nutzung der Gebäude auskäme. Die Nutzungsentwicklung würde bis 2017/2018 laufen und bis dahin Anforderungsprofile für die inhaltliche Programmierung des Areals liefern bzw. weiterführbare Projekte ergeben. Nach Evaluierung der Nutzungsentwicklung und der Festlegung einer endgültigen inhaltlichen Programmierung könnten der Raumbedarf erhoben und die (weiter unten skizzierten) baulichen Optionen darauf abgestimmt werden – je nach finanziellen Möglichkeiten.

 

An Baukosten veranschlagt nonconform architektur vor ort 1,5 Mio. Euro für die Adaptierung der Rotunde und 100.000 Euro für die Minimalsanierung der Talstation der ehem. Hungerburgbahn. In der Rotunde müssten das Mittelpodest abgebrochen, zwei zusätzliche Fluchttüren eingerichtet, ein Holzboden verlegt, Sicherheitstechnik und Elektroinstallationen implementiert sowie temporäre Heizungsmöglichkeiten und Sanitärbereiche für Veranstaltungen organisiert werden.

 

II) Neubau Talstation Hungerburgbahn

 

Auf dem Bauplatz der ehemaligen Talstation sollte ab 2017 ein neues multifunktionales Veranstaltungsgebäude mit Raum für Büros (Coworking-Space) entstehen. Gesamte Bruttogeschoßfläche: bis zu 1.500 m², davon bis zu 500 m² im Erdgeschoß. Der Neubau würde sich durch seinen Bezug zum Platz und zum Inn auszeichnen, die Betonrampe der derzeitigen Talstation könnte als Erinnerungselement erhalten bleiben. Das bestehende Gebäude eignet sich hingegen kaum für die von den BürgerInnen angedachten Nutzungsoptionen bzw. fehlt es darin schlicht und einfach an Platz. Geschätzte Kosten für den Neubau: 3,6 Mio. Euro.

 

III) Verbindungsraum zwischen Rotunde, „Talstation neu“ und Hungerburgbahnbrücke

 

Um das Areal zwischen den Bauten in einen attraktiven, öffentlich nutzbaren Erholungs- und Freizeitort zu verwandeln zu können, empfiehlt die Machbarkeitsstudie eine bauliche Auskragung des Platzes über die Ufermauer am Inn hinaus. Raumgewinn: ca. 390 m². Zusätzlicher Vorteil: eine bis dato nicht gegebene Anbindung an die Hungerburgbahnbrücke.

 

Die Platzgestaltung an sich müsste sich v. a. mit der kurzfristigen Verlegung des Radwegs als südliche Begrenzung oder langfristig mit der kompletten Neugestaltung des angrenzenden Kreuzungsbereiches befassen. Geschätzte Baukosten: 1,7 Mio. Euro (erste Bauphase).

 

IV) Alte Hungerburgbahnbrücke soll begehbar und besetzbar werden

 

Steil überm Inn die Seele baumeln lassen und dem Alltagstrubel entfliehen. Diese Vision könnte eine Adaptierung der alten Hungerburgbahnbrücke einlösen. Wo früher die Zahnradbahn über den Fluss hinwegschwebte, könnten ab 2017/18 Menschen wandern bzw. sich auf Sitzgelegenheiten zwischen Wasser und Himmel die Zeit vertreiben. Geschätzte Baukosten: 1 Mio. Euro.

 

V) Bauliche Optionen für die Rotunde

 

Hier sieht die Machbarkeitsstudie auf Basis des Ideenfindungsprozesses zwei Möglichkeiten vor. Für beide gilt: Die Einzigartigkeit der Raumdimension und die Dachkonstruktion der Rotunde sollen erlebbar bleiben und nicht durch Einbauten beeinträchtigt werden. Beide Varianten schließen eine Generalsanierung des Gebäudes mit ein. Das betrifft die Dämmung, den Einbau von Haustechnik und Nebenräumen sowie das Anlegen von Fluchtwegen und die Neuverortung der gastronomischen Versorgung. Für die Generalsanierung und funktionale Adaptierung der Rotunde schätzt die Machbarkeitsstudie je nach Variante einen Kostenrahmen zwischen 2,9 und 8,45 Mio. Euro.

V.1) Veranstaltungsraum mit Podesterie und/oder Projektion

Die Variante präsentiert sich als vielfältig nutzbarer Veranstaltungsraum mit höhenverstellbarer Podesterie. Eine Veranstaltungsnutzung ist sowohl als Amphitheater, als auch als klassische Tribünen- bzw. Bühnensituationen denkbar. Besonders attraktiv ist die Möglichkeit von 360° Projektionen.

V.2) Ausstellungsraum mit Rampe

Als Inszenierungsfläche fungiert hier eine breite, spiralförmig dem Rotundendach zustrebende Rampe. Daraus ergeben sich bis zu 19 kleinere Ausstellungsflächen. Von der Rampe aus, die auch als Tribüne fungieren kann, lässt sich die Rotundenwand „bespielen“. Die Fläche auf der Nullebene fällt bei dieser Variante geringer aus, dafür vermittelt sie ein vertikal orientiertes Raumerlebnis.

 

Die Gesamte Dokumentation mit allen ausführlichen Ergebnissen zum Ideenfindungsprozess unter Einbindung der interessierten Öffentlichkeit mit anschließender Machbarkeitsstudie wurde an die Auftraggeberinnen Stadt Innsbruck und Land Tirol übergeben.

 

 

 

Folien der Abschlusspräsentation

 

 

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